Erstellt: Montag, 07. Dezember 2015 18:54

Wetter. Die Temperaturen im Dezember 2014 bewegten sich um den Gefrierpunkt. An 12 Tagen gab es Nachtfröste und an 6 Tagen Tagesfröste. An 8 Tagen schafften es die Tagestemperaturen über 10 °C. Die Niederschläge waren normal. Ab dem 2. Weihnachtsfeiertag fiel Schnee, der dann im Neujahr bereits wieder schmolz. Es sollte kein weiterer Schnee in diesem Winter in Dresden fallen. Dieses Wetter setzte sich im Januar und Februar fort. Tiefster Nachtfrost waren - 5 °C. An 6 Tagen kletterten die Temperaturen über 10 °C mit dem Spitzenwert von 15 °C am 10. Januar. Im Januar fielen 64 Liter und im Februar nur 13 Liter Niederschlag.

Der März war wiederum deutlich zu warm. An 6 Tagen gab es leichte Nachtfröste. Die Tagestemperaturen kletterten an 18 Tagen über 10 °C und erreichten am 25. Marz mit 20 °C ihren Höchststand. Sturmtief "Niklas" sorgte in den letzten Märztagen dafür, daß der März mit 48 Liter Niederschlag das Defizit vom Februar etwas ausglich. Für Dresden lief der Sturm mit Orkanstärken ohne größere Schäden ab. Danach kühlte es deutlich ab. Auf dem Fichtelberg und dem Brocken wurden die Lifte wieder in Betrieb genommen und die Loipen gespurt. Pünktlich ab Karfreitag am 3. April war Wintersport angesagt. In der zweiten Dekade des April begann wieder eine warme und trockene Phase mit 8 Tagen über 20 °C und 4 Tagen über 15 °C bis zum Monatsende. 46 Liter gewittriger Niederschlag am 27. und 28. April beeendeten die sehr trockene Phase rechtzeitig mit dem Austrieb der Reben. Im April fielen 60 Liter Niederschlag. Die Temperaturen im Mai waren relativ normal mit einer warmen Periode in den ersten Tagen im Mai. An 15 Tagen stiegen die Temperaturen über 20 °C und an einem Tag über 25 °C. Es fielen nur 29 Liter Niederschlag.

Die zweite Dekade im Juni war eine für den Monat recht kühle Phase. Die Temperaturen kletterten im Juni an nur 7 Tagen über 25°C und 2 Tagen über 30 °C. 79 Liter Niederschlag verteilten sich auf 15 Regentage mit 2 Tage über 10 Liter. Der Juli startet in der ersten Woche mit einer heißen Phase mit 2 Tagen über 25 °C, 3 Tagen über 30 °C und 2 Tage über 35 °C. Es folgten weitere 7 Tage über 25 °C und 5 Tage über 30 °C mit nur 40 Liter Niederschlag bis zum Monatsende. Am 15. August endet die dritte heiße Phase mit 20 Liter gewittrigem Niederschlag mit großen Hagelkörnern innerhalb einer Viertelstunde . Dieser kam den Reben nicht zu gute, sondern rauschte den Hang herunter.

  1. Juliwoche 3. Juliwoche    
Datum 2.7. 3.7. 4.7. 5.7. 7.7. 17.7. 18.7. 19.7. 21.7. 22.7.    
max. Temp. [°C] 31,5 34,2 36,1 37,2 34,3 34,9 31,4 31,4 31,3 34,8    
  1. Augusthälfte
Datum 2.8. 3.8. 4.8. 6.8. 7.8. 8.8. 9.8. 10.8. 11.8. 12.8. 13.8. 14.8.
max. Temp. [°C] 30,7 32,6 34,9 36,6 39,3 34,4 31,6 36,4 35,3 33,0 33,3 37,1
  4. Augustwoche            
Datum 30.8. 31.8. 1.9.                  
max. Temp. [°C] 33,2 34,7 31,3                  

Die Dürreperiode hat deutliche Zeichen in der Natur hinterlassen. Nennenswerte Niederschläge fielen am 14. Juli mit 8 Liter und am 27. Juli mit 10 Liter. Alle andere Niederschläge während der Dürreperiode sind der Verdunstung zum Opfer gefallen. Am 16., 17. und 18. August fielen im Dauerregen insgesamt 96 Liter. Ende August stiegen die Temperaturen nochmals an drei Tagen über 30 °C. 141 Liter Niederschlag im August sind der höchste gemessene Niederschlag in diesem Monat im gesamten Freistaat. 2015 gab es vier tropische Nächte mit über 20 °C.

Elbe Pegel in Dresden. Der Winter war sehr trocken, ebenso die Monate Februar und Mai. Alle andere Monate konnten das Defizit nicht ausgleichen und blieben unter dem jeweiligem Durchschnitt. Warme Monate und die Hitzeperioden im Juli und August führten außerdem zu einer hohen Verdunstung.

   Der Pegel der Elbe erreicht langjährige Tiefststände: 23. Juli mit 79 cm, 1. August mit 62 cm und 5. August mit 56 cm. Ältere Tiefststände sind damit aber noch nicht erreicht: 1904 ausgetrocknet, 1952 mit 21 cm und 1953 mit 57 cm. Am 7. August zitiert die Sächsische Zeitung den  Leiter des Wasser- und Schiffahrtsamtes Dresden Klaus Kautz: "Es fehlt der Niederschlag in den tschechischen Quellgebieten von Elbe und Moldau. Und gäbe es dort keine Staustufen, die noch Wasser abgeben können, wäre der Fluss möglicherweise so leer wie noch nie seit Beginn der Pegelmessungen." Am 13. August wird mit 49 cm der niedrigste Stand gemessen. Die ergiebigen Niederschläge Mitte August führten dazu, daß der Pegel am 19. August wieder 181 cm erreichte, um bis 24. August wieder auf 74 cm zu fallen, wo er sich dann stabilisierte.

Wetter. Die Temperaturen im September kletterten an 1 Tag über 30 °C und 8 Tagen über 20 °C bei nur 41 Liter Niederschlag an 15 Regentagen. Ab der dritten Dekade sanken die Nachttemperaturen in den einstelligen Bereich. Die kühlen Nächte setzten sich im Oktober fort, um in den Nächten am 11. und 12. Oktober auf minus 1,4 und minus 2,5 °C abzusinken. Das waren dann wirklich zeitige Frostnächte, wobei die Tagestemperaturen in der ersten Woche des Oktober noch recht mäßig waren. Erst Ende Oktober stellte sich freundliches Wetter ein mit einer sehr warmen Periode ein, die die ersten zwei Dekaden im November anhielt. Im Oktober fielen an 11 Tagen 67 Liter Niederschlag, wovon 37 Liter am 7. und 8. Oktober niedergingen. Im November fielen 72 Liter Niederschlag.

Vegetation. Die andauernden hohen Temperaturen im Frühjahr sorgten dafür, daß die Reben bereits beim Rebschnitt um den 20. März anfingen zu bluten. Anfang der dritten Dekade im April beginnen die Knospen zu schwellen, sie gehen in die Wolle in der Winzersprache. Eine Woche später beginnt der Austrieb und am ersten Maiwochenende sind die ersten Gescheine zu sehen. Aufgrund des trockenen Mai ist das Wachstum der Triebe vehalten. Trockenschäden sind noch nicht bemerkbar. Die Gescheine sind groß.
   In der ersten Juniwoche beginnen die Reben an der Mauerreihe mit der Blüte. Die eigentliche Blüte findet in der zweiten Junidekade statt und verläuft normal. Die folgende trockene und heiße Phase schränkte das Wachstum der Triebe ein. Insbesondere die neu gepflanzten Reben litten unter der Hitze und Wassermangel und begannen Ende der zweiten Dekade im Juli die Triebspitzen abzuwerfen. Sie investieren nicht mehr in das Wachtum der Triebe.  Mitte Juli ist die Laubwand der im Ertrag stehenden Reben geschlossen. Es muß gegipfelt werden. Aufgrund der heißen und trockenen Periode Mitte Juli stellen die Reben im Ertrag das Wachstum der Triebe ebenfalls ein. Das Wachstum der Beeren war eingeschränkt. An ersten Reben begannen die Beeren zu schrumpfen. Sonnenbrand gab es, aber überraschenderweise im begrenzten Umfang. Der Zustand hält bis Mitte August an. Die Junganlage konnte ich nur durch aufwendiges Bewässern erhalten. Fünf Reben im Kerner und nur acht Reben in der Junganlage vertrocknen. Der Hagel am 15. August führte zu stark schwankenden Hagelschäden an der Laubwand und den Beeren in Abhängigkeit vom Reifezustand der Beeren. Die warmen und mehrheitlich trockenen Tage nach dem Hagel mit mäßigem Wind führten zum Austrocknen aufgeplatzter Beeren und Vernarbung weniger geschädigter Beeren. Der Riesling hat das bestens überstanden. Einige der vertrockneten Reben in der Junganlage beginnen in der letzten Woche des August mit dem Neuaustrieb von Blättern. Insgesamt ist es für die Junganlage aber ein verlorenes Jahr, da der gewünschte Stammaufbau nicht erreicht wurde. Die Reben im Ertrag habe das viele Wasser genutzt und in die Beeren investiert. Die Trauben sind schnell angeschwollen und haben sich geschlossen. Rebsortenabhängig ist durchaus ein guter Ertrag zu erwarten. Ende August investieren die Reben auch wieder in das Wachstum der Triebe.
   Der trockene September mit normalen Temperaturen förderte die Reifung der Trauben bis in die erste Oktoberwoche und führte zu hohen Mostgewichten. Die Trauben waren recht gesund, abgesehen von frühen Rebsorten mit Hagelschaden vom 15. August. Erst die 37 Liter Niederschlag am 7. und 8. Oktober und die ständigen Niederschläge ab 14. Oktober beeinflussten die Entstehung von Fäulnis, was zu doch wieder hohem Aufwand bei der Lese führte. Die Beeren platzen auf. Die beiden Frostnächte am 11. und 12. Oktober führten zu Schäden an den Blättern in der Junganlage. Die Reben im Ertrag blieben unbeschädigt. Minus 4 °C in Pillnitz führten dort zum Abwerfen der Laubwand.

Während am 31. Juli noch ein Niederschlagsdefizit von 100 Liter herrschte, schloß das Gesamtjahr mit 683 Liter und einem Plus von 61 Liter zum langjährigem Durchschnitt ab. Das Gesamtjahr war deutlich zu warm.

Befallsdruck. Die geringen Niederschläge insbesondere während der warmen und heißen Phasen führten zu einem geringen Befallsdruck durch Oidium und Peronospora. Während der kühlen Phase im Juni und dem geringem Wachstum in der Junganlage konnten sich dort Kräuselmilben vermehrt ausbreiten ohne größere Schäden zu hinterlassen. Dieser Zustand hielt die gesamte Wachstumsperiode an.

Lese. Die Lese begann am 27. September mit dem Müller-Thurgau (Sohr 83 °Oe). Es folgten am 9. Oktober der Traminer (Sohr 105 °Oe), am 11. Oktober Kerner (109 °Oe) und Weißburgunder (Sohr 97 °Oe), am 18. Oktober Grauburgunder (87 °Oe) und Riesling (91 °Oe). Die Menge war leicht unter dem langjährigem Durchschnitt. Die Mostgewichte waren hoch. Das Fäulnisproblem war nicht so groß wie 2014, aber präsent. Das wirft Fragen auf.

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  • Weinberg2015001Graslilien am 26. Januar
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