Erstellt: Mittwoch, 13. September 2017 12:38

1850 kaufte Ernestine Freifrau von Stockhausen (* Kassel 28.8.1811; † Loschwitz 24.2.1888), Gemahlin von Baron Friedrich Ludwig Albrecht von Stockhausen (* Heidelberg 5.5.1810; † Loschwitz 9.11.1858), im Auftrag von Prinz Albrecht von Preußen das Grundstück von Johann Christian Hegewald, um dort neben dem Bau des Schloß Albrechtsberg I das Schloß Albrechtsberg II zu bauen. 1853 trennte Ernestine Freifrau von Stockhausen das Grundstück zum Schloß Albrechtsberg mit einem Zaun ab. Fortan hieß es Villa Stockhausen. 1855 überlässt Prinz Albrecht von Preußen das Grundstück der Ernestine Freifrau von Stockhausen.1

Es gibt keine Literatur über den Weinbau, die Wohn- und Nutzungsverhältnisse vor der Eigentümerin Freifrau von Stockhausen. Es muss hier ein Gebäude für die Kelterung des Weines und eine Presse gegeben haben. Ebenso mussten die Eigentümer hier auf ihrem Sommersitz wohnen, sowie die Bediensteten und Weinbergsarbeiter. Der Aufgabe stelle ich mich gern.

Mit der Fertigstellung der Villa Stockhausen gab es nur die alte untere Hochwassermauer und die neue obere Mauer zum Schloss. Die drei Weinbergsmauern auf dem Weinberg wurden später angelegt.1 Damit musste eine Neuaufrebung erfolgt sein. Doch bereits 1886 gibt Ernestine Freifrau von Stockhausen den Weinbau wieder auf.1 Der Weinberg wurde mit Edelobstbäumen bepflanzt.

1891 kaufte Carl Robert Bruno Naumann, Besitzer der Firma Seidel & Naumann, das Grundstück. Sohn Dr. phil. Bruno Robert Walter Naumann verkaufte es 1906 an Karl August Ferdinand Lingner, welcher es 1916 an die Stadt Dresden vererbte.1 Danach wurde es durch die Stadt Dresden gelegentlich genutzt. Der Weinberg war der Natur ausgesetzt.

Die folgende Bildergalerie zeigt Ansichten in chronologischer Reihenfolge von der Elbe aus. Die Bleistiftzeichnung von Max Thielemann in Bild 1 aus dem Jahr 1856 belegt, daß die Sandsteinmauern am Hang der Villa Stockhausen zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt waren. Die Vergrößerung des Bild 3 Zeigt, daß der Hang an der Villa Stockhausen mit Reben in Einzelpfahlerziehung bestockt ist. Im Bild 5 ist die Begräbnisstatte der Familie Stockhausen zu sehen. In Bild 7 wird links oben noch das Gewächshaus betrieben. In beiden Bildern 7 und 8 sind die Platanen unten verschnitten. Sie zeigen aber auch den Fortschritt des Baumbewuchses an den beiden Grundstücksgrenzen, aber auch, daß die Stadt Dresden Eingriffe in den Bewuchs auf den Terrassen vorgenommen hatte.

  • HistorischeAnsichten110Albrechtsburg bei Dresden, Bleistiftzeichnung (1856; signiert Max Thielemann) [5]

1886 wurde der Weinbau aufgrund der Reblaus beendet, die Reben gerodet und eine Edelobstanlage angelegt.1 Hier enden die Ausführungen, die ich dem Buch von Rolf Köhne entnehmen durfte. An dieser Stelle korrigiere ich die Aussage von Rolf Köhne. In Dresden gab es keinen Befall mit der Reblaus.

Quellen- und Bildnachweis

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